Ab wann ist ein Hund ein Senior – eine nicht ganz unwichtige Frage, scheinen doch die Futtermittelhersteller eine recht genaue Vorstellung davon zu haben, wann man welches Futter geben sollte. Doch woher weißt du, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist?
Der eigene Hund wird alt
Das, was einem lange sehr weit weg vorkommt, wird plötzlich Realität. Du fragst dich, ob es eine Futteränderung geben sollte, was dein alter Hund jetzt braucht und ist er denn überhaupt schon alt? Ab wann ist ein Hund denn ein Senior?
Wie alt wird ein Hund?
Die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung und wahrscheinlich auch die Verbesserung der Fütterung haben zu einem deutlichen Anstieg der Lebenserwartung von Haushunden geführt. Die maximale Lebenserwartung hat sich dadurch nicht verändert, sie liegt beim Hund bei etwa 27 Jahren. Dieses Alter erreicht jedoch kaum ein Hund.
Zurzeit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Hundes im häuslichen Umfeld bei etwa 13 Jahren, wobei es große Unterschiede zwischen kleinen Hunden und Riesenrassen gibt. Die genaue Festlegung, ab wann ein Hund alt ist, ist deshalb schwierig und von verschiedenen Faktoren abhängig.
Zu diesen Faktoren gehört unter anderem die Größe des Hundes, aber auch das Umfeld, also die Haltungsbedingungen, die Bedingungen, unter denen der Hund aufgewachsen ist und auch die Gene, die die Eltern vererbt haben.
Auch bei den Geschlechtern gibt es einen kleinen Unterschied: Hündinnen werden durchschnittlich älter als Rüden. Allerdings ist das nur ein sehr geringer Unterschied im Vergleich zur Hundegröße.
Die frühere, recht grobe, Berechnungsmethode Hundealter x 7 = Menschenalter ist mittlerweile überholt. Sie hat die verschiedenen Hundegrößen nicht berücksichtigt, die einen deutlichen Unterschied machen. Mittlerweile gibt es eine neue Berechnungsmethode, das Ergebnis zeigt die nachfolgende Tabelle.
Hundealter: Tabelle zum Vergleich in Menschenjahren
Diese Tabelle zeigt einen Vergleich vom Hundealter zu Menschenjahren. Dabei fällt auf, dass der Alterungsprozess nicht linear verläuft: Hunde im ersten Lebensjahr altern viel schneller als Menschen, später verläuft die Alterung nicht mehr so schnell.
Bezogen auf mittelgroße Hunde bedeutet das: Das erste Lebensjahr eines mittelgroßen Hundes entspricht etwa 18 Menschenjahren, das zweite Lebensjahr noch 9 Jahren und ab dem dritten Lebensjahr entspricht ein Hundejahr etwa 6 Menschenjahren. Dann bleibt es etwa gleichmäßig.
Alter Hund – auf was musst du jetzt achten?
Die Schnauze wird langsam grau, um die Augen zeigen sich weiße Haare. Der eigene Hund wird etwas gemütlicher, vielleicht auch rundlicher. Oft fallen dem Besitzer die Anzeichen kaum auf. Man sieht den Hund jeden Tag, die Veränderung ist sehr schleichend und eigentlich will man es auch nicht wahrhaben.
Warum ist es wichtig, die Alterungsanzeichen zu beachten? Im letzten Lebensviertel sollte Aktivität und Futter auf den Hundesenior angepasst werden. Bei der Bewegung sollte nicht eingeschränkt werden, sondern es ist eher darauf zu achten, dass die Gelenke durch plötzliche Stopps oder hohe Sprünge nicht zu sehr belastet werden.
Das Futter wird an den Bedarf und die Verdauungsleistung des alternden Hundes angepasst.
Wann sollte ich meinen Hund auf ein Seniorfutter umstellen?
Spätestens im letzten Lebensviertel sollte der Hund auf Seniorfutter umgestellt werden, da das aber im Voraus schwierig zu bestimmen ist, kannst du dich an der Tabelle zur Lebenserwartung orientieren. Auch in der prägeriatrischen Phase, also vor dem eigentlichen Übergang zum Senior, kann problemlos schon ein Seniorfutter gefüttert werden.
Fellveränderungen bei alten Hunden
Rund um die Schnauze und die Augen fällt die Veränderung meistens als Erstes auf: Aus dem leuchtenden Braun oder glänzendem Schwarz wird ein einfaches Grau. Das Fell wird insgesamt dünner und erfüllt oft auch nicht mehr die Funktion, den Hund im Winter richtig warm zu halten.
Ein langsames dünner Werden des Fells ist normal, wird es jedoch sehr stumpf, gibt es kahle Stellen oder ist es ganz plötzlich sehr dünn, können gesundheitliche Gründe dahinter stecken. In diesem Fall ist es Zeit für einen Tierarztbesuch, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Zahnstein bei Hundesenioren
Gerade bei älteren Hunden muss ganz besonders auf den Zustand der Zähne geachtet werden. Zahnstein und dadurch bedingte Zahnfleischentzündungen bilden Bakterien, die in den Blutkreislauf übergehen. Sie können chronische Entzündungen auslösen und Herzerkrankungen begünstigen oder verschlimmern. Für Hundesenioren ist es somit besonders wichtig, dass die Zahngesundheit erhalten bleibt.
Übergewicht bei alten Hunden
Übergewicht bei Hunden ist generell problematisch und mittlerweile leider oft im Alltag zu sehen. Auch der Prozess von normal zu übergewichtig ist für den Besitzer oft nicht zu sehen und fällt erst auf, wenn man darauf angesprochen wird.
Mein eigener Hund hat vor einiger Zeit schleichend zugenommen, ich habe das regelmäßige Wiegen vernachlässigt und erst, als mir jemand sagte, mein Hund hätte aber ordentlich zugenommen, habe ich es selber gesehen. In der Zeit war mein 10 kg Rüde schon auf 12 kg angewachsen, was in der Gewichtsklasse richtig viel ist. Also ja, es passiert und man sieht es erstmal nicht. Deshalb auch der Appell: Bitte wiege deinen Hund regelmäßig, vor allem im Alter.
Der Stoffwechsel von alten Hunden läuft auch in der Ruhephase langsamer, meistens sind sie auch weniger aktiv und das vorherige Futter kann in der üblichen Menge nicht weitergefüttert werden, wenn man Übergewicht vermeiden möchte. Auch dies ist ein Grund für Seniorfutter mit einer geringeren Kaloriendichte. Dein Hund muss sich dann nicht plötzlich an andere Mengen gewöhnen und vielleicht auch noch hungern, sondern kann die gleiche Menge fressen.
Rudi hat die 2 kg übrigens wieder verloren, mit einem Reduktionsplan und Futter mit viel Volumen, aber weniger Energie. Und jetzt wird er auch wirklich wieder regelmäßig gewogen, vor allem da er mit seinen 10 Lebensjahren so langsam in die Kategorie Senior fällt.
Fazit: Ab wann ist ein Hund ein Senior?
Die Frage, ab wann ein Hund als Senior gilt, lässt sich also nicht pauschal beantworten – denn das Altern hängt stark von Größe, Genetik, Haltung und Gesundheitszustand ab. Kleine Hunde altern langsamer, Riesenrassen deutlich schneller. Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, doch erste altersbedingte Veränderungen können sich schleichend zeigen: graue Schnauze, weniger Aktivität, schwerfälliges Aufstehen.
Gerade deshalb ist es wichtig, frühzeitig genauer hinzusehen und auf die Bedürfnisse des alternden Hundes einzugehen – durch angepasste Bewegung, regelmäßiges Wiegen, Zahnpflege und ein geeignetes Seniorfutter mit reduzierter Kaloriendichte. Spätestens im letzten Lebensviertel sollte das Futter überdacht werden – aber auch schon vorher kann eine Umstellung sinnvoll sein.
Also: Nicht nur das Geburtsdatum entscheidet, sondern der individuelle Zustand deines Hundes. Wer aufmerksam bleibt, regelmäßig kontrolliert und frühzeitig reagiert, kann seinem Hund ein gesundes und glückliches Seniorenleben ermöglichen.