Lebershunt beim Hund: Worauf du jetzt beim Futter achten musst

Lebershunt beim Hund. Bild von Zutaten für eine Leberdiät.

Torkelnder Gang, Appetitlosigkeit, ständiger Durst und dann die Diagnose Lebershunt? Für viele Hundebesitzer bricht in diesem Moment erstmal eine Welt zusammen. Dabei lässt sich mit der richtigen Ernährung schon sehr viel erreichen.

Ich zeige dir, was hinter einem portosystemischen Shunt steckt und worauf du beim Futter jetzt achten solltest.

Was darf ein Hund mit Lebershunt fressen?

Bei einem diagnostizierten Lebershunts bieten sich vor allem lang gekochte Kohlenhydrate, Muskelfleisch, Gemüse und Milchprodukte an. Grundsätzlich leicht verdauliche Futtermittel, also kein hoher Innereien Anteil und auch Kauartikel sollten möglichst reduziert oder gar nicht gegeben werden.

Auch wenn der Grund für den Lebershunt nicht in der Leber selbst liegt, ähnelt die Ernährung einer klassischen Leberdiät.

Welches Futter bei Diagnose eines Lebershunts?

Nach der Diagnose Lebershunt ist eine eiweiß- und fettarme Diät wichtig, um die Giftstoffe im Blut zu verringern und die klinischen Symptome, wie Erbrechen, Appetitlosigkeit, Krämpfe und andere neurologische Ausfälle zu mildern. Dies kann direkt zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.

Der Zustand des Hundes bessert sich mit einem eiweißarmen Futter oft sehr schnell, denn der Ammoniak, der durch den Abbau von Eiweiß im Darm entsteht, belastet den Organismus des betroffenen Hundes noch zusätzlich und verschlimmert die Symptome wie Übelkeit und Appetitlosigkeit.

Vor allem kleine und häufige Mahlzeiten sind helfen dabei, das Verdauungssystem und die Leber zu entlasten. Gerade vegetarische Proteinquellen, wie zum Beispiel Soja werden von Hunden mit Lebershunt oft besser vertragen, als fleischliches Protein.

Gestartet werden kann mit einer Proteinmenge von 20 – 2,5 g Protein/kg Körpergewicht, diese Menge wird dann gesteigert, solange sich keine Symptome zeigen. Wichtig ist es, immer auf die ausreichende Deckung der Aminosäuren zu achten. Einfache nur Eiweiß zu reduzieren kann hier zu einem Mangel führen, eventuell müssen die Aminosäuren zusätzlich beigesetzt werden, falls der individuelle Hund nur sehr wenig Protein verträgt.

Wenn du Unterstützung bei einem Futterplan suchst, helfe ich dir gerne weiter: Leberdiät Hund

Was ist ein Lebershunt beim Hund?

Der Lebershunt beim Hund, auch genannt portosystemischer Shunt, ist eine Missbildung der Blutgefäße im Leberbereich. Das heißt im Klartext: Das gesamte Blut aus den Bauchorganen fließt einfach an der Leber vorbei, in die Hauptvene, die direkt zum Herzen führt. Eigentlich sollte die Leber das Blut filtern und schädliche Stoffe abbauen, die ihren Ursprung im Dickdarm haben.

Da ein Großteil des Darmvenenblutes aber dieses Pfortadersystem umgeht, gelangt das Blut ungefiltert direkt in den Kreislauf des Hundes, es entsteht eine schleichende Vergiftung. Im Pfortadersystem fließt das gesamte Blut des Magen-Darm-Trakts.

In der Folge bleibt die Leber zu klein, weil sie nicht die Nährstoffe bekommt, die sie braucht, gerade Proteine und Fette werden nicht ausreichend aufgenommen. Die Folge des Lebershunts ist ein Funktionsverlust der Leber bezüglich der Entgiftung des vom Dickdarm kommenden Blutes, dieser Funktionsverlust tritt nach und nach auf. Das Endstadium ist eine Leberfunktionsstörung mit Leberfibrose oder -zirrhose.

Die Hauptprobleme werden dabei erzeugt durch Gallensäure und Ammoniak. Denn Ammoniak wird normalerweise in der Leber zu Harnstoff abgebaut und dann gefahrlos ausgeschieden. Beim einem Lebershunt ist diese Funktion nicht mehr möglich.

Meistens ist diese Gefäßanomalie angeboren und erblich und die Symptome treten auch schon sehr früh auf. Es kann aber auch Hunde geben, bei denen sich ein Lebershunt erst spät zeigt.

Wie erkennt man einen Lebershunt beim Hund und was sind die Symptome?

Da die Giftstoffe ungefiltert ins Hirn gelangen, sind vor allem neurologische Symptome häufig vertreten. Also torkeln, zittern, wackliger Gang, Desorientierung bis hin zu epileptischen Anfällen. Auch eine körperlich schlechte Entwicklung ist keine Seltenheit.

Oft tritt dies in Begleitung von gastrointestinalen Symptomen auf, also Störungen des Magen-Darm-Trakts wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, außerdem sind die meisten Hunde mit Lebershunt sehr schlechte Fresser und leiden unter Appetitlosigkeit.

Auch ein verstärktes Wasser trinken, Urinieren und Harnwegsinfekte können Symptome eines Lebershunts sein.

Die Hundebesitzer beobachten oft, dass der Hund abwechselnd völlig gesund erscheint und an anderen Tagen wirkt er sehr krank. Dadurch ist der Zeitraum bis zur Diagnosestellung oft relativ lang.

Welche Rassen haben ein größeres Risiko für einen Lebershunt?

Es gibt sowohl große, als auch kleine Rassen, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, einen portosystemischen Shunt zu entwickeln. Bei den kleineren Hunde sind es der Dackel, Pudel, Mops, Malteser, Pekinese, Zwergschnauzer und vor allem der Yorkshire Terrier, die bekannt dafür sind.

Der Deutsche Schäferhund, Irish Setter, Samojede und auch der beliebte Golden Retriever gehören bei den größeren Hunden zur Risikogruppe.

Wie wird ein Lebershunt beim Hund getestet?

Die Diagnose eines Lebershunts erfolgt über die Gallensäuren- und Ammoniakbestimmung und über einen Ammoniumbelastungstest. Diese Parameter werden über einen Bluttest ermittelt, die endgültige Gewissheit kann über Ultraschall oder MRT erreicht werden.

Behandlung: Ist der Lebershunt beim Hund heilbar?

Eine Heilung ist nur durch Operation möglich, die Kosten und auch das Risiko sind jedoch hoch. Die Operation ist sehr lang und auch das Risiko, zu versterben, ist nicht zu unterschätzen.

Bei etwa der Hälfte der betroffenen Hunde kommt man auch mit einer angepassten Ernährung und Medikamenten schon sehr weit, vor allem, wenn der Hund aus anderen Gründen nicht operabel ist, bei der anderen Hälfte muss zwingend eine Operation erfolgen.

Wie lange kann ein Hund mit Lebershunt leben?

Das hängt grundsätzlich vom individuellen Hund und der Schwere der Erkrankung ab. Nach einer erfolgreichen OP erholt sich die Leber innerhalb von 2 bis 4 Monaten und der Hund kann eine ganz normale Lebenserwartung haben.

Welche Medikamente und Nahrungsergänzungen kommen bei einem Lebershunt zum Einsatz?

Es gibt einige Nahrungsergänzungsmittel, mit denen du Leber und Darm deines Hundes unterstützen kannst.

Zink

Eine erhöhte Zinkzufuhr im Futter kann die Entgiftung von Ammoniak unterstützen. Dies reduziert die Vergiftungserscheinungen und kann die Symptome mildern.

Omega 3

Auch die essenzielle Fettsäure Omega 3 kann die Entzündungsreaktionen verringern. Achte hier darauf, ein hochwertiges Omega 3 Öl zu verwenden, mit einem hohen Anteil an entzündungshemmendem EPA/DHA. Ich verwende so gut wie immer dieses Öl:

Laktuloselösungen und Präbiotika

Laktuloselösungen können den pH Wert im Darm verändern, so dass in der dann sauren Umgebung ein Teil des Ammoniaks zu Ammonium umgewandelt und mit dem Kot ausgeschieden wird, statt in den Blutkreislauf zu gelangen. Es besteht so die Möglichkeit, dass auch neurologische Symptome abgemildert werden.

Auch Präbiotika aus Zichorienwurzel oder Pektin können diesen Effekt verstärken, denn sie regen im Darm die Produktion kurzkettiger Fettsäuren an, die eine ähnliche Wirkung haben.

Antibiotika

Es kann die Gabe von Antibiotika nötig sein, dies legt dein Tierarzt fest. Das Medikament greift die toxinproduzierenden Bakterien im Darm an, so dass vor allem die Begleitsymptome abgemildert werden.

Kann Lebershunt beim Hund verhindert werden?

Die Entstehung des Lebershunts ist oft genetisch verankert oder eine spontane Missbildung, es wurde nichts „falsch gemacht“ oder selbst verursacht.

Fazit: Was tun beim Lebershunt?

Nach den tierärztlichen Diagnosen und gegebenenfalls nötigen Medikamenten, kannst du deinem Hund mit einer angepassten Ernährung helfen. Ich unterstütze dich gerne, indem ich dir einen individuellen Futterplan für deinen kranken Hund erstelle, so dass du sicher sein kannst, dass es ihm an nichts fehlt: Futterplan Leberdiät.

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