Knochenbrühe für Hunde: Rezept zum Nachkochen

Knochenbrühe für Hunde: Rezept zum Nachkochen. Bild mit Bodeguero Andaluz und Markknochen für Knochenbrühe.

Was ist Knochenbrühe für Hunde überhaupt?

Es handelt sich bei der Knochenbrühe um eine Art Kraftbrühe, die deinem Hund bei Verdauungsproblemen, zur Regeneration, aber auch einfach als zusätzliche Energie gut tut. Viele kennen sie vielleicht noch von Oma.

Aus Mark- und Gelenkknochen wird mit Wasser durch langes Kochen eine leckere und nährstoffreiche Suppe für deinen Hund (oder auch für dich). Sie lässt sich einfach selber zubereiten, ohne Konservierungsstoffe und künstliche Aromen, eine Art “Super Food” für deinen Hund.

Ist Knochenbrühe für Hunde gesund?

Der Knochensuppe werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben und auch, wenn sie kein Wundermittel ist, hilft sie gerade bei mäkeligen Hunden und in Regenerationsphasen nach langen Krankheiten Energie und Nährstoffe zuzuführen. Erkrankte Hunde fressen oft eher ungern, brauchen aber Flüssigkeit und die Knochenbrühe wird pur sehr gerne genommen. Auch über das Futter gegeben führt es häufig dazu, dass wieder gefressen wird.

Für welche Hunde ist Knochenbrühe besonders sinnvoll?

Neben dem grundsätzlichen Vorteil der erhöhten Wasserzufuhr, gibt es in den folgenden Fällen sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten der nährstoffreichen Brühe. Bei akut erkrankten Hunden wie Nieren-, Leber- oder Pankreasbeschwerden, halte bitte Rücksprache mit deinem Tierarzt.

Verdauung & empfindlicher Magen

Vorausgesetzt, dass Fett wird im erkalteten Zustand abgeschöpft, ist die Knochenbrühe für Hunde leicht verdaulich und reizt im Gegensatz zu festerem Futter die Magenschleimhaut nicht noch zusätzlich. Das abgekochte Fleisch kann nach dem Entfernen der Knochen wieder zur Brühe gegeben werden und gibt zusätzliche Energie. Rührst du in einen Teil der Brühe Haferflocken, kannst du einen gut schmeckenden Haferschleim als Schonkost herstellen, der garantiert gefressen wird.

Immunsystem & Regeneration

Die wertvollen Bestandteile der Knochenbrühe wirken entzündungshemmend und unterstützen so das Immunsystem gerade in Phasen der Regeneration. Auch ein Aufpäppeln nach einer längeren Durchfallerkrankung kann gut unterstützt werden, zum einen durch die appetitanregende Wirkung und die erhöhte Energiezufuhr, wenn ein Teil der Fettschicht mit verfüttert wird.

Ältere oder geschwächte Hunde

Hundesenioren werden im Alter oft etwas mäkelig und Futter, was vorher gerne gefressen wird, lässt man plötzlich stehen. Manchmal liegt das einfach nur am nachlassenden Geruchssinn, das gewohnte Futter riecht plötzlich anders oder weniger stark und gerade im Alter werden Veränderungen nicht mehr so gut angenommen. Die Knochenbrühe riecht relativ stark und kann einfach über das Futter gegeben werden, oft wird dann wieder gerne und gut gefressen.

Mäkelige Hunde & Fressunlust

Was auf die Hundesenioren zutrifft, funktioniert auch bei Hunden, die grundsätzlich nicht gerne fressen, allen voran fallen mir dabei immer wieder die Pudel ein, die bezüglich des Futters oft etwas wählerischer sind. Auch hier ist es ein Versuch wert, die Knochenbrühe über das Futter zu geben.

Was steckt in Knochenbrühe? Nährstoffe & Bestandteile im Überblick

In der leckeren Kraftbrühe sind eine Menge nützlicher Nährstoffe enthalten, die der Gelenkgesundheit und der Verdauung deines Hundes gut tun.

Kollagen: Nutzen für Gelenke und Gewebe

Einer der wichtigsten Bestandteile der Knochenbrühe für Hunde ist Kollagen. Es verbessert vor allem die Stabilität des Bindegewebes, wodurch die Gelenke deines Hundes entlastet werden. Zusätzlich besteht dadurch ein Schutz vor Verletzungen, denn die höhere Elastizität des Gewebes fängt Stürze und schnelle Bewegungen besser ab.

Aminosäuren in der Knochenbrühe: Glycin und Glutamin

Die enthaltene Aminosäure Glycin erhöht die Regenerationsfähigkeit der Leber, während Glutamin eine intakte Darmbarriere fördert und damit einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit hat.

Glukosaminoglykane, Chondroitin & Co.

Gerade bei Hunden mit Arthrose und Spondylose sind diese Stoffe wichtig. Glukosamin ist oft schon bekannt, denn es ist auch in der Grünlippmuschel enthalten und fördert die Gelenkgesundheit.

Auch Chondroitin unterstützt den Knorpelaufbau, wirkt entzündungshemmend und fungiert als natürlicher Stoßdämpfer, indem es Wasser bindet.

Beide Stoffe sind in Knochenbrühe enthalten und können so als natürliches Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden.

Knochenbrühe für Hunde richtig zubereiten

Nicht alle Arten von Knochen eignen sich für die Knochenbrühe und auch die Zubereitung ist etwas zeitaufwändiger, aber nicht schwierig, wenn einige Dinge beachtet werden.

Welche Knochen eignen sich am besten?

Die Knochen sollten viel Mark und Knorpel enthalten, es eignen sich zum Beispiel Gelenkknochen, Markknochen wie Becken oder Brustbein, fleischige Knochen, Karkassen, Hälse, Rippen, Beinscheiben und generell Röhrenknochen.

Grundrezept für Knochenbrühe für Hunde

500 g Knochen (Gelenkknochen, Markknochen, etc.)

2 Liter Wasser

5 EL Apfelessig

1 Prise Salz

Schritt-für-Schritt Zubereitung

  • Knochen in einen großen Topf geben und mit kaltem Wasser vollständig bedecken
  • Apfelessig hinzufügen (alternativ: Zitronensaft)
  • Aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren und leicht köcheln lassen
  • 12 Stunden köcheln lassen, um die Nährstoffe zu lösen
  • Knochen entfernen und Brühe durch ein Sieb gießen
  • Abkühlen lassen, Fettschicht nach dem Abkühlen falls notwendig entfernen

Die Knochenbrühe ist nach dem Abkühlen nicht mehr flüssig, sondern geleeartig, das ist völlig korrekt so und liegt an der enthaltenen Gelatine, also genau dem Stoff, den wir auch für die Gelenkgesundheit haben wollen. Die meisten Hunde finden die Konsistenz gut und fressen sie problemlos, sollte dein Hund nicht dazugehören, kannst du mit etwas heißem Wasser das Gelee auch wieder in einen flüssigen Zustand verwandeln. Die nützlichen Nährstoffe bleiben natürlich trotzdem erhalten, nur die Konsistenz ändert sich.

Warum Apfelessig oder Zitronensaft zugeben?

Apfelessig oder auch Zitronensaft senkt den pH Wert der Brühe und löst somit effektiver Kollagen und auch Magnesium und Calcium besser aus den Knochen. So gehen die wertvollen Inhaltsstoffe in die Brühe über und bleiben nicht teilweise im Knochen oder Gelenk gebunden.

Kochzeit: Wie lange sollte Knochenbrühe köcheln?

Grundsätzlich lässt sich Knochenbrühe auch mit einer Kochzeit von 6 Stunden herstellen, optimal wären jedoch 12 Stunden. Ein Slow Cooker eignet sich dafür hervorragend, weil er einfach geschlossen vor sich hin kochen kann, aber es geht auch im normalen Kochtopf. Teilweise findet man Angaben von 24 Stunden, der zusätzliche Nutzen, die Brühe doppelt so lange kochen zu lassen, ist jedoch relativ gering.

Warum mit kaltem Wasser ansetzen?

Der Ansatz mit kaltem Wasser sorgt durch das langsame Erwärmen für eine bessere Extraktion der Nährstoffe und für ein schöneres Erscheinungsbild der Brühe. Wirklich wichtig ist letzterer Punkt eher, wenn die Knochenbrühe für den menschlichen Verzehr zubereitet wird, denn der Ansatz mit heißem Wasser lässt die Brühe trüb werden. Beim langsamen Erwärmen können die Trübstoffe als Schaum abgeschöpft werden, dem Hund dürfte dieser Punkt allerdings herzlich egal sein.

Nach dem Kochen: Weiterverarbeitung & Verwendung

Darf das abgekochte Fleisch verfüttert werden?

Ja, du kannst das abgekochte Fleisch der fleischigen Knochen später wieder der Knochenbrühe hinzugeben. Bitte sorgfältig darauf achten, dass keine Knochenreste mehr anhaften, gerade kleine Splitter verstecken sich gerne im Fleisch.

Fettschicht entfernen – ja oder nein?

Wenn die Knochenbrühe erkaltet ist, lässt sich die Fettschicht einfach oben abnehmen. Ist dein Hund empfindlich, was fettreiches Futter angeht, solltest du das auch tun, auch wenn eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung vorliegt oder er sowieso schnell zunimmt.

Bei Regenerationsphasen nach Krankheiten, Sporthunden oder wenn dein Hund eher zu dünn ist und viel Energie braucht, kann die Fettschicht problemlos mitverfüttert werden. Ich mache meistens beides: Ein Teil wird abgenommen und getrennt eingefroren und der Rest wird mit verfüttert. Das eingefrorene Fett kann dann für Rationen verwendet werden, die noch etwas Energie brauchen können.

Warum gekochte Knochen tabu sind

Das Erhitzen von Knochen verändert ihre Struktur, sie werden brüchig und splittern schnell, eine Gefahr für den Verdauungstrakt deines Hundes. Entsorge die ausgekochten Knochen also wirklich sicher, so dass dein Hund sie auch nicht mehr aus dem Mülleimer fischen kann, denn sie riechen wirklich gut nach der Knochenbrühe.

Fütterung: Wie viel Knochenbrühe darf dein Hund bekommen?

Die Menge der Knochenbrühe richtet sich grob nach der Größe bzw. dem Gewicht deines Hundes, wobei die Einteilung nur in drei Klassen erfolgt, da die genaue Menge nicht präzise eingehalten werden muss. Wenn dein Hund die Brühe gut verträgt, darf er natürlich auch mehr bekommen. Eine grobe Richtlinie findest du im folgenden Absatz.

Richtwerte nach Hundegröße

Menge der Knochenbrühe in Milliliter, je nach Hundegröße:

Kleine Hunde: 50-100 ml

Mittelgroße Hunde: 100 – 200 ml täglich

Große Hunde: 200 – 300 ml täglich

Knochenbrühe pur oder übers Futter?

Ob die Knochenbrühe pur gefüttert oder über das Futter gegossen wird, hängt ein bisschen davon ab, warum du sie fütterst. Um den Flüssigkeitshaushalt zu erhöhen: Dann gib sie gerne einfach pur oder eingefroren auf einer Schleckmatte. Auch für längere Wanderungen oder Hundesport kann sie gut genutzt werden, um den Wasserhaushalt auszugleichen.

Frisst dein Hund gerade eher ungern oder erholt sich von einer Krankheit: Gib die Knochenbrühe ruhig über das Hauptfutter, egal ob Fertigfutter, gekochte Ration oder BARF, der Geschmack und Geruch regt zum Fressen an und wenn der erste Bissen drin ist, geht meistens auch der Rest.

Lagerung und Haltbarkeit von Knochenbrühe

Aufbewahrung im Kühlschrank

Für 3 – 4 Tage kann die Knochenbrühe im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dafür nach dem Entfernen der Knochen und Abseihen möglichst schnell herunter kühlen, um eine gute Haltbarkeit zu gewährleisten.

Portionsweise einfrieren

In den meisten Fällen hast du deutlich mehr Knochenbrühe gekocht, als du gerade brauchst, außer dein Hundehaushalt ist sehr groß. Ich friere die Brühe meistens in kleinen Dosen oder auch gerne in großen Eiswürfelformen ein, dann können einzelne Portionen problemlos entnommen und aufgetaut werden.

Knochenbrühe als Hundeeis oder für die Schleckmatte

Vor allem im Sommer lässt sich die Knochenbrühe perfekt auf einer Schleckmatte einfrieren und so als kleine Beschäftigung für Zwischendurch an heißen Tagen nutzen. Auch im Kong oder in Hundeeisformen kannst die Knochenbrühe gefrieren lassen.

Nachhaltigkeit & „Nose to Tail“: Sinnvolle Resteverwertung

Viele der für die Knochenbrühe genutzten Knochen haben keine weitere Verwendung, fallen aber bei der Schlachtung sowieso an. Die Verwertung fördert den “Nose to Tail” Ansatz, also die wirklich vollständige Verwertung eines Tieres, ohne dass Teile auf dem Müll landen.

Fazit: Knochenbrühe für Hunde ist eine tolle Ergänzung, aber kein Wundermittel

Knochenbrühe ist kein Zaubertrank, aber ein erstaunlich vielseitiges, gut verträgliches und praxisnahes Extra im Napf. Sie kann die Flüssigkeitsaufnahme verbessern, den Appetit anregen, in Regenerationsphasen unterstützen und empfindlichen Hunden den Einstieg ins Fressen erleichtern. Gerade bei mäkeligen, alten oder geschwächten Hunden zeigt sie im Alltag oft mehr Wirkung als komplizierte Futterwechsel oder teure Spezialprodukte.

Entscheidend ist die richtige Zubereitung: geeignete Knochen, lange Kochzeit, sauberes Abseihen und der konsequente Verzicht auf gekochte Knochen im Napf. Auch Fettgehalt, Verträglichkeit und mögliche Vorerkrankungen solltest du immer im Blick behalten. Dann ist Knochenbrühe eine einfache, natürliche Ergänzung, die sich flexibel einsetzen lässt. Pur, übers Futter, als Schonkostbasis oder sogar als gefrorener Snack.

Kurz gesagt: Wenig Aufwand, viel Nutzen.

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